Wenn ein Mensch plötzlich nicht mehr normal atmet, zählt jede Sekunde. Richtig platzierte AED-Elektroden ermöglichen dem Gerät, den Herzrhythmus zuverlässig zu analysieren und einen Schock gezielt vorzubereiten. Ich zeige, wo die Pads hingehören, wie sie trotz Schweiß oder Brustbehaarung haften und welche Fehler im Notfall besonders kritisch sind.
Die richtige Position spart im Notfall wertvolle Zeit
- Rechtes Pad: unterhalb des rechten Schlüsselbeins auf der oberen Brust.
- Linkes Pad: seitlich am linken Brustkorb, unterhalb der Achselhöhle.
- Nackte Haut: Kleidung entfernen und den Brustkorb bei Nässe vollständig trocknen.
- Guter Kontakt: Elektroden faltenfrei und kräftig auf die Haut drücken.
- Absolute Ruhe: Während Analyse und Schock darf niemand die betroffene Person berühren.
Wo AED-Elektroden beim Erwachsenen hingehören
Die übliche Position ist anterolateral. Das bedeutet, dass der Strom von der rechten oberen Brustseite diagonal durch den Brustkorb zur linken Seite fließt. Genau diese Anordnung zeigen die meisten AED-Geräte und die Abbildungen auf den Klebepads.
| Elektrode | Position | Worauf ich achte |
|---|---|---|
| Oben rechts | Unterhalb des rechten Schlüsselbeins | Nicht direkt auf dem Knochen und nicht am Hals kleben |
| Unten links | Seitlich am linken Brustkorb, unterhalb der Achselhöhle | Seitlich auf den Brustkorb, nicht übereinander und nicht auf nasse Haut |
Bei Frauen wird das linke Pad unterhalb oder seitlich neben der Brust auf den Brustkorb geklebt, nicht auf das Brustgewebe. Entscheidend ist nicht die optische Symmetrie, sondern dass die beiden Elektroden möglichst weit voneinander entfernt auf der nackten Haut liegen.
Der German Resuscitation Council empfiehlt, die Abbildung auf dem jeweiligen AED zu befolgen. Geräte und Pads können sich leicht unterscheiden, deshalb hat die Herstellerzeichnung Vorrang, solange die grundsätzliche Lage erhalten bleibt.So klebe ich die Pads Schritt für Schritt auf
Zuerst prüfe ich die Umgebung und spreche die bewusstlose Person laut an. Bei fehlender Reaktion und keiner normalen Atmung lasse ich sofort den Notruf 112 absetzen, beginne mit der Herzdruckmassage und lasse einen AED holen.
- AED einschalten und die Sprach- oder Bildanweisungen abwarten.
- Den Oberkörper freimachen. Die Elektroden dürfen nicht auf Kleidung geklebt werden.
- Den Brustkorb auf Nässe prüfen und ihn bei Bedarf gründlich trocknen.
- Die Schutzfolie erst unmittelbar vor dem Aufkleben abziehen. Die Geloberfläche möglichst nicht berühren.
- Die Pads nach der Abbildung auf dem AED oder der Elektrode positionieren.
- Jede Elektrode von einer Seite aus glatt auflegen und kräftig andrücken, damit keine Luftblasen bleiben.
- Falls das Gerät es verlangt, den Stecker der Elektrodenkabel anschließen.
- Während der Analyse alle Hände vom Körper nehmen und die Ansagen des AED befolgen.
Sind zwei Helfende vor Ort, setzt eine Person die Herzdruckmassage fort, während die andere den AED vorbereitet. Die Unterbrechung sollte so kurz wie möglich bleiben. Nach einem Schock oder der Ansage „kein Schock empfohlen“ wird die Wiederbelebung sofort nach Geräteanweisung fortgesetzt.
Was eine sichere Haftung verhindert
Ein Pad muss vollflächig auf der Haut haften. Schon Schweiß, Wasser, Körperöl oder eine dicke Cremeschicht können den Kontakt verschlechtern und dazu führen, dass das Gerät die Analyse unterbricht oder eine Fehlermeldung ausgibt.
Nasser Brustkorb
Liegt die Person in einer Pfütze oder auf einer nassen Fläche, wird sie, sofern ohne Verzögerung möglich, auf einen trockenen Untergrund gebracht. Danach den Brustkorb abtrocknen. Ein AED darf nicht auf einer sichtbar nassen Brust eingesetzt werden, weil Wasser den Strom ableiten und Helfende gefährden kann.
Starke Brustbehaarung
Bei sehr dichter Behaarung kleben die Pads manchmal nicht ausreichend. Ich würde die Elektroden zunächst fest aufdrücken. Lösen sie sich wieder oder meldet das Gerät schlechten Kontakt, wird die betroffene Stelle mit dem beiliegenden Einmalrasierer schnell freigemacht.
Nicht lange rasieren, wenn dadurch die Reanimation verzögert wird. Eine kurze Verzögerung zum Entfernen eines kleinen Haarfeldes kann sinnvoll sein, stundenlanges oder großflächiges Rasieren ist es nicht.
Medikamentenpflaster und Cremes
Ein Medikamentenpflaster gehört nicht unter eine Elektrode. Es wird vorsichtig entfernt, die Stelle wird trocken abgewischt und erst danach mit dem Pad bedeckt. Cremes, Salben oder Desinfektionsmittel sollten vor dem Aufkleben ebenfalls entfernt werden, sofern dafür keine relevante Zeit verloren geht.
Die DGUV nennt außerdem das faltenfreie, feste Aufbringen der Elektroden und das Trocknen des Oberkörpers als wichtige Schutzmaßnahmen. Das ist kein Detail für die Ausbildung, sondern entscheidet im Ernstfall darüber, ob der AED sofort arbeitsbereit ist.
Besondere Situationen verlangen kleine Anpassungen
Herzschrittmacher oder implantierter Defibrillator
Eine sichtbare Beule oder Narbe unterhalb des Schlüsselbeins kann auf ein Implantat hinweisen. Die Elektrode darf nicht direkt über dem Gerät liegen. Sie wird etwas daneben platziert, wobei die Darstellung auf dem AED weiterhin maßgeblich ist.
Ein implantierter Herzschrittmacher ist kein Grund, auf den AED zu verzichten. Wenn ein Schock notwendig ist, hat die Defibrillation Vorrang. Die Position wird nur so weit verändert, dass das Implantat nicht unmittelbar unter dem Pad liegt.
Schwangerschaft
Auch bei einer schwangeren Person wird der AED verwendet, wenn ein Kreislaufstillstand vermutet wird. Die Elektroden kommen grundsätzlich an die üblichen Stellen. Eine notwendige Defibrillation darf nicht wegen der Schwangerschaft verzögert werden.
Kinder und Säuglinge
Falls der AED Kinderpads oder einen Kindermodus besitzt, werden diese nach Geräteanweisung eingesetzt. Bei kleinen Kindern darf sich die vordere und seitliche Elektrode nicht berühren. Wenn keine Kinderpads verfügbar sind, ist es wichtiger, den AED gemäß seinen Anweisungen einzusetzen und die Wiederbelebung nicht zu verzögern, als auf das Gerät zu warten.
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Verletzungen am Brustkorb
Auf offene Wunden, starke Verbrennungen oder sehr verletzte Haut wird kein Pad geklebt. Die Elektroden werden auf möglichst intakte Haut in der vorgesehenen Position gesetzt. Bei einer sichtbaren Verletzung entscheidet der AED beziehungsweise der Rettungsdienst über die weitere Vorgehensweise.
Während Analyse und Schock zählt absolute Ruhe
Sobald der AED „Analyse läuft“ sagt, darf niemand die betroffene Person berühren. Auch kleine Bewegungen durch Herzdruckmassage, Atmung oder Anfassen können die Messung stören. Ich rufe deshalb laut und klar: „Alle zurücktreten“.Bei einem halbautomatischen AED muss die Schocktaste nach Aufforderung gedrückt werden. Vorher kontrolliere ich, dass niemand Kontakt zum Körper, zur Trage oder zu einer leitenden Oberfläche hat. Vollautomatische Geräte geben den Schock selbstständig ab, trotzdem müssen alle Helfenden Abstand halten.
Nach der Schockabgabe wird die Herzdruckmassage unmittelbar wieder aufgenommen. Empfiehlt das Gerät keinen Schock, bedeutet das nicht, dass die Person außer Gefahr ist. In diesem Fall wird ebenfalls sofort weiter reanimiert, bis der AED erneut analysiert oder der Rettungsdienst übernimmt.
Der Notruf 112 bleibt während des gesamten Einsatzes wichtig. Die Leitstelle kann Anweisungen geben, weitere Einsatzkräfte schicken und sollte informiert werden, wenn sich der Zustand verändert oder der AED einen Schock abgegeben hat.
Diese Fehler kosten im Ernstfall unnötig Zeit
- Elektroden auf Kleidung: Die Pads müssen direkten Hautkontakt haben.
- Falsche Seite: Die Aufkleber dürfen nicht vertauscht oder übereinander geklebt werden.
- Nasse Haut: Wasser und Schweiß vor dem Aufkleben abtrocknen.
- Zu viel Brusthaar: Nur dann rasieren, wenn die Haftung tatsächlich nicht ausreicht.
- Berühren während der Analyse: Auch Helfende an den Schultern oder Beinen können die Messung stören.
- Reanimation zu lange unterbrechen: Die Pads vorbereiten, aufkleben und danach sofort den Geräteanweisungen folgen.
- Abgelaufene Pads verwenden: Nach dem Einsatz oder nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums müssen die Elektroden ersetzt werden.
Ein häufiger Denkfehler ist, den AED erst dann einzuschalten, wenn alles perfekt vorbereitet ist. Besser ist es, das Gerät früh zu öffnen und sich von seinen Ansagen führen zu lassen. Der AED entscheidet selbst, ob ein Schock sinnvoll ist, und verhindert dadurch eine versehentliche Schockabgabe bei einem nicht geeigneten Herzrhythmus.
Ein gut vorbereiteter AED hilft schneller als ein perfekter Plan
Die wichtigste Merkhilfe lautet rechts oben, links seitlich, trocken und fest. Danach übernimmt das Gerät die Rhythmusanalyse, während Helfende die Anweisungen befolgen und die Herzdruckmassage nur für die ausdrücklich notwendigen Pausen unterbrechen.
Für Feuerwehrhäuser, Betriebe und öffentliche Gebäude lohnt sich zusätzlich eine kurze praktische Einweisung. Wer den Standort des AED kennt, die Verpackung öffnen und die Pads ohne Zögern anbringen kann, gewinnt im Notfall oft genau die Zeit, auf die es ankommt.