Wasserentnahme aus offenem Gewässer - der Aufbau nach FwDV 3

Paul Hinz

Paul Hinz

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15. Juni 2026

Feuerwehrleute führen eine wasserentnahme offenes gewässer fwdv 3 durch. Ein Tauchpumpen-Ansaugschlauch wird ins trübe Wasser gelassen.

Die Löschwasserversorgung aus einem offenen Gewässer ist vor allem dann stark, wenn sie sauber vorbereitet ist. Nach FwDV 3 geht es dabei nicht um Improvisation, sondern um einen klaren Ablauf mit festen Rollen, sicherer Fahrzeugaufstellung und einer kontrollierten Saugleitung. Für Feuerwehrleute im Ehrenamt ist das besonders wichtig, weil im Ernstfall oft wenige Hände viel gleichzeitig leisten müssen.

Die wichtigsten Punkte zur Wasserentnahme aus offenem Gewässer

  • FwDV 3 ordnet die Entnahme aus offenem Gewässer als klaren taktischen Ablauf mit festen Aufgaben für die Mannschaft.
  • In der Regel wird mit Bereitstellung gearbeitet, damit Entnahmestelle, Pumpe und erster Angriff sauber ineinandergreifen.
  • Maschinist, Wassertrupp, Schlauchtrupp und Angriffstrupp haben unterschiedliche, aber eng verzahnte Aufgaben.
  • Entscheidend sind eine sichere Entnahmestelle, korrekt gekuppelte Saugleitung, Halteleine und ein stabiler Pumpenbetrieb.
  • Gerade im Ehrenamt entscheidet nicht nur Technik, sondern vor allem Übung, Ortskenntnis und klare Kommunikation.

Was die Entnahme aus offenem Gewässer nach FwDV 3 bedeutet

FwDV 3 behandelt die offene Wasserentnahme nicht als Sonderfall ohne Regeln, sondern als Teil des normalen taktischen Ablaufs. Der Aufbau folgt einer Reihenfolge und nicht dem Bauchgefühl der Mannschaft. Wer Wasserentnahmestelle, Verteiler und Rollen sauber festlegt, bekommt eine belastbare Versorgung, auch wenn das Hydrantennetz fehlt oder nicht ausreicht.

Ich trenne das bewusst von der Hydrantenentnahme: Beim offenen Gewässer steht die unabhängige Wasserversorgung im Mittelpunkt, beim Hydranten die schnelle Nutzung des Leitungsnetzes. Der Unterschied ist praktisch relevant, weil sich daraus andere Risiken, andere Handgriffe und andere Zeitfenster ergeben. Ein offenes Gewässer ist oft die stärkere Reserve, aber nur dann, wenn die Entnahmestelle technisch und taktisch beherrscht wird.

Gerade im Ehrenamt ist das wichtig, weil die Einheit häufig mit begrenzter Personaldecke arbeitet und der erste Eindruck an der Einsatzstelle oft noch lückenhaft ist. Dann hilft Bereitstellung statt hektischer Vorwärtsgang: Erst die Wasserseite stabil machen, dann den Angriff führen. Ein Selbstständiger Trupp kann viel absichern, aber nicht jede Lage allein lösen. Wie das im Detail aussieht, entscheidet sich an wenigen, aber wichtigen Handgriffen an der Entnahmestelle.

Feuerwehrleute führen eine wasserentnahme offenes gewässer fwdv 3 durch. Ein Tauchpumpen-Ansaugschlauch wird ins trübe Wasser gelassen.

So läuft der Aufbau an der Wasserentnahmestelle ab

Bei der offenen Wasserentnahme ist das Ziel nicht nur, Wasser zu finden, sondern es ohne Unterbrechung bis zur Pumpe und weiter zum Verteiler zu bringen. Genau deshalb lohnt sich ein sauberer Standard. In der Praxis läuft der Aufbau für mich in sechs klaren Schritten ab:

  1. Erkunden und festlegen: Der Einheitsführer bestimmt die Wasserentnahmestelle, die Lage des Verteilers und die Fahrzeugaufstellung.
  2. Befehl geben: Bei offener Wasserentnahme wird in der Regel mit Bereitstellung gearbeitet, damit die Lage nicht auf Vermutung, sondern auf Erkundung beruht.
  3. Einsatzstelle sichern: Der Maschinist sichert das Fahrzeug sofort, macht die Pumpe einsatzbereit und legt die benötigten Geräte bereit.
  4. Saugleitung vorbereiten: Wassertrupp und, je nach Lage, Schlauchtrupp bringen Saugschläuche, Saugkorb, Ventilleine, Saugschutzkorb und gegebenenfalls Halteleine an den Ort.
  5. Leitung kuppeln und heben: Nach dem Kuppeln gibt der Wassertruppführer das Kommando zum Hochheben der Saugleitung, danach wird sie an die Feuerlöschkreiselpumpe angeschlossen.
  6. Wasserabgabe starten: Erst wenn die Leitung sitzt, der Verteiler steht und der Angriffstrupp bereit ist, läuft die Wasserabgabe in den eigentlichen Löschangriff.

Wichtig ist der Rhythmus: Der Maschinist arbeitet nicht nebenbei, sondern parallel. Er unterstützt bei der Geräteentnahme, legt Kupplungsschlüssel und Zubehör bereit und hält die Pumpe im Blick. Wenn mehr als zwei Saugschläuche gebraucht werden, arbeiten Wasser- und Schlauchtrupp enger zusammen. Das ist kein Detail für Prüfungsbögen, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Saugleitung stabil bleibt und nicht in Hektik aufgebaut wird. Danach kann der nächste Schritt sauber folgen.

Welche Aufgaben die Trupps sauber trennen müssen

Die Wasserentnahme steht und fällt mit klaren Zuständigkeiten. Wenn zwei Leute dieselbe Aufgabe anfangen und niemand die nächste übernimmt, verliert die Einheit Zeit. In der Ausbildung sehe ich genau hier die größten Unterschiede zwischen geübten und unsicheren Gruppen.

Funktion Aufgabe bei offener Wasserentnahme Worauf ich achte
Einheitsführer Führt die Einheit, erkundet, bestimmt Fahrzeugaufstellung und Entnahmestelle, entscheidet über den Einsatzablauf Klare Befehle, frühe Lageentscheidung, keine unnötige Verzögerung
Maschinist Sichert die Einsatzstelle, macht die Feuerlöschkreiselpumpe einsatzbereit, legt Zubehör bereit und kuppelt die Saugleitung an Saubere Reihenfolge, gute Absprache mit dem Wassertrupp, sichere Pumpenbedienung
Angriffstrupp Setzt den Verteiler, legt ausreichend C-Schläuche bereit, nimmt das erste Rohr vor und unterstützt bei der weiteren Wasserabgabe Das erste Rohr und die anschließende Versorgung müssen nahtlos ineinandergreifen
Wassertrupp Unterstützt den Aufbau der Wasserversorgung, bestimmt die Anzahl der Saugschläuche, kuppelt die Saugleitung und übernimmt bei Atemschutz als Sicherheitstrupp Präzise Handgriffe, gute Kommunikation, sichere Lage an der Entnahmestelle
Schlauchtrupp Unterstützt beim Aufbau, verlegt zusätzliche Leitungen, bedient den Verteiler und bringt weitere Geräte vor Nahtlose Unterstützung statt doppelter Arbeit

Besonders im Ehrenamt ist diese Trennung Gold wert, weil nicht jede Einheit mit voller Besetzung ausrückt und einzelne Funktionen vorübergehend von anderen Kräften übernommen werden müssen. Für mich ist entscheidend, dass jede Person ihren Teil beherrscht und gleichzeitig die Arbeit des Nachbartrupps mitdenkt. Ein klarer Ablauf verhindert, dass die offene Wasserentnahme zur Einzelaktion wird.

Warum offene Gewässer für Freiwillige oft die entscheidende Reserve sind

Gerade freiwillige Feuerwehren arbeiten häufig in Bereichen, in denen Hydranten nicht überall dicht stehen oder die Versorgung im Außenbereich schnell an Grenzen kommt. Dort ist ein Bach, Teich, Löschteich oder ein anderes geeignetes Gewässer oft nicht nur ein Vorteil, sondern die eigentliche Reserve. Das gilt besonders bei längeren Einsätzen, bei Randlagen von Ortschaften und überall dort, wo eine stabile, unabhängige Quelle gebraucht wird.

Ich halte es für sinnvoll, solche Punkte nicht nur theoretisch zu erklären, sondern auf denselben Entnahmestellen immer wieder zu üben. Wer den Zufahrtsweg kennt, den Festpunkt für die Halteleine bereits im Kopf hat und weiß, wo die Saugleitung sauber liegt, spart im Einsatz viel Zeit. In der Freiwilligen Feuerwehr ist Ortskenntnis oft genauso wertvoll wie Technikkenntnis.

  • Entnahmestellen im eigenen Ausrückbereich kennen und regelmäßig befahren.
  • Rollen im Fahrzeug nicht nur benennen, sondern im Übungseinsatz tatsächlich durchspielen.
  • Die Befehle immer gleich sprechen und wiederholen lassen, damit jeder sofort weiß, was zu tun ist.
  • Winter, Niedrigwasser, Treibgut und eingeschränkte Zufahrten bereits in der Planung mitdenken.
  • Die Wasserseite nie isoliert betrachten, sondern immer zusammen mit Pumpenstandort, Verteiler und erstem Rohr.

Ich würde solche Übungen lieber klein und regelmäßig fahren als selten und groß aufziehen. Genau diese Wiederholung baut das auf, was im Ernstfall wirklich zählt: Routine ohne Lässigkeit. Und damit sind wir schon bei den Fehlern, die ich an Bach, Teich und Löschteich am häufigsten sehe.

Die häufigsten Fehler an Bach, Teich und Löschteich

Der schwache Punkt ist fast nie die Pumpe allein. Die Probleme entstehen vorher: an der Entnahmestelle, bei der Absprache oder bei einer Leitung, die theoretisch funktioniert, praktisch aber nicht sauber liegt. Wer diese Fehler kennt, kann sie meistens schon in der Übung abstellen.

  • Die Entnahmestelle wird zu spät oder zu oberflächlich erkundet. Dann passt der Aufbau nicht zur Realität vor Ort.
  • Der Saugkorb liegt zu nah am Grund oder im Treibgut. Das führt schnell zu Verstopfung, Luftziehen oder unruhigem Förderverhalten.
  • Halteleine und Ventilleine werden zu spät bedacht. Damit fehlt genau die Sicherung, die die Saugleitung stabil hält.
  • Die Befehle sind zu ungenau. Wenn Ziel, Weg und Auftrag nicht klar sind, arbeitet jeder etwas anderes ab.
  • Der Pumpenbetrieb startet, bevor die Leitung wirklich sauber sitzt. Dann geht Zeit verloren, und im Zweifel auch die Sicherheit.
  • Der Aufbau hängt an einer Person. Das ist im Ehrenamt besonders riskant, weil Ausfall oder Ablenkung sofort Wirkung zeigen.

Technisch kommt noch etwas dazu, das in Übungen gern unterschätzt wird: Die Saughöhe ist in der Praxis begrenzt. Luftdruck, Wetterlage, Ortshöhe sowie Druckverluste in Saugleitung, Saugkorb und Pumpeneingang setzen der Entnahme Grenzen. Mehr Schlauch ersetzt keine gute Entnahmestelle. Ein sauberer, kurzer und kontrollierter Aufbau ist fast immer besser als ein theoretisch „machbarer“ Aufbau mit unnötigen Verlusten. Genau deshalb muss man die richtige Lösung für die Lage auswählen.

Wann offene Wasserentnahme die richtige Lösung ist und wann nicht

Die offene Wasserentnahme ist stark, wenn sie zur Lage passt. Sie ist aber nicht automatisch die beste Lösung, nur weil ein Gewässer in der Nähe liegt. Ich vergleiche sie immer mit der erreichbaren Alternative und nicht mit einer Idealvorstellung.

Lage Offenes Gewässer Besser eine andere Lösung?
Dorf oder Außenbereich ohne dichtes Hydrantennetz Oft die beste dauerhafte Quelle Nur, wenn Zufahrt oder Wasserstand nicht passen
Längerer Brandeinsatz mit hohem Löschwasserbedarf Sehr stark, wenn die Entnahmestelle stabil ist Bei starkem Schmutz, Eis oder instabiler Uferzone
Enge Innenstadtlage Nur sinnvoll, wenn ein geeigneter Gewässerpunkt direkt angrenzend liegt Hydrant oder andere Versorgung oft schneller
Sehr kleine Mannschaft am ersten Fahrzeug Technisch möglich, aber personalintensiv Bei Überlastung lieber auf alternative Versorgung setzen
Trockenperiode, Niedrigwasser oder Treibgut Kritisch Quelle prüfen und gegebenenfalls wechseln

Der Vergleich ist einfach: Das offene Gewässer punktet mit Unabhängigkeit, der Hydrant mit Geschwindigkeit und der Tank- oder Pendelverkehr mit Flexibilität. Beim Hydranten kommt zusätzlich die Frage des Rückflusses ins Trinkwassernetz hinzu; beim offenen Gewässer liegt die Herausforderung vor allem bei Entnahmestelle, Saughöhe und sauberem Aufbau. Wer diese Unterschiede versteht, wählt im Einsatz schneller die passende Wasserseite.

Was die Praxis bei offener Wasserentnahme am meisten entlastet

Was die Einsatzstelle wirklich ruhiger macht, ist kein Spezialtrick, sondern ein fester Standard. Wenn die eigene Wehr dieselben Abläufe immer wieder mit denselben Begriffen übt, sinkt die Fehlerquote sofort. Ich würde dabei auf vier Dinge besonders achten:

  • Feste Entnahmestellen: Wenn ein Bach, Teich oder Löschteich regelmäßig genutzt wird, sollte die Zufahrt ebenso klar sein wie die Position der Fahrzeuge.
  • Vollständige Ausrüstung: Saugschläuche, Saugkorb, Ventilleine, Saugschutzkorb, Halteleine, Kupplungsschlüssel und das passende Zubehör müssen vollständig und griffbereit sein.
  • Saubere Rollenroutine: Jeder im Fahrzeug sollte wissen, was der eigene Trupp und der Nachbartrupp als Nächstes tun.
  • Wiederholung unter realen Bedingungen: Dunkelheit, Kälte, rutschiger Untergrund und schlechte Sicht verändern den Ablauf mehr als viele in der Ausbildung erwarten.

Wenn ich einen Einsatz oder eine Übung auf offene Wasserentnahme herunterbreche, bleiben für mich drei Fragen: Kommen wir sicher an die Stelle, bleibt die Quelle während des gesamten Einsatzes stabil und kann die Mannschaft den Ablauf ohne Nachdenken wiederholen? Wer diese drei Punkte ehrlich beantwortet, hat die Methode im Griff und nicht nur auf dem Papier verstanden.

Häufig gestellte Fragen

Nach FwDV 3 ist die Entnahme aus offenem Gewässer kein freies Improvisieren, sondern ein klarer Ablauf mit festen Rollen. In der Regel wird mit Bereitstellung gearbeitet, damit Entnahmestelle, Pumpe und erster Angriff sauber ineinandergreifen.

Zuerst erkundet der Einheitsführer die Entnahmestelle und legt Fahrzeugaufstellung und Verteiler fest. Danach sichern Maschinist, Wassertrupp und je nach Lage Schlauchtrupp die Pumpe, bauen die Saugleitung auf, kuppeln sie an und geben erst dann Wasser ab, wenn alles sitzt.

Der Einheitsführer entscheidet über Lage und Ablauf. Der Maschinist macht die Feuerlöschkreiselpumpe einsatzbereit und kuppelt die Saugleitung an, der Wassertrupp unterstützt den Aufbau und übernimmt die Leitung, der Schlauchtrupp hilft beim Verlegen weiterer Leitungen, und der Angriffstrupp setzt den Verteiler und nimmt das erste Rohr vor.

Offenes Gewässer ist oft die beste Reserve im Außenbereich oder bei längeren Einsätzen mit hohem Wasserbedarf, vor allem wenn das Hydrantennetz nicht reicht. Kritisch wird es bei Niedrigwasser, Treibgut, Eis, schwieriger Zufahrt oder zu kleiner Mannschaft, dann sollte die Versorgung neu geprüft werden.
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Paul Hinz
Mein Name ist Paul Hinz und ich bringe drei Jahre Erfahrung im Bereich Brandschutz, Sicherheit und Notfallvorsorge mit. Mein Interesse für diese Themen entstand aus der Überzeugung, dass jeder Mensch das Recht auf Sicherheit hat und gut auf Notfälle vorbereitet sein sollte. Ich finde es spannend, komplexe Sachverhalte zu vereinfachen und sie für ein breiteres Publikum verständlich zu machen. In meinen Beiträgen konzentriere ich mich darauf, aktuelle Trends und Entwicklungen im Brandschutz zu beleuchten sowie praktische Tipps zur Notfallvorsorge zu geben. Dabei lege ich großen Wert auf die Genauigkeit und Aktualität der Informationen, die ich bereitstelle. Ich überprüfe stets meine Quellen und vergleiche verschiedene Perspektiven, um sicherzustellen, dass meine Leser die bestmöglichen Informationen erhalten. Mein Ziel ist es, ein Bewusstsein für Sicherheit zu schaffen und meinen Lesern zu helfen, informierte Entscheidungen zu treffen.
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