Notrufnummern für Kinder - 112, 110 und 116117 sicher üben

Herbert Neubert

Herbert Neubert

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27. März 2026

Kinder lernen, wie sie den Notruf absetzen können. Die Kindernotrufkarte von Feuerlino hilft ihnen dabei.
Wenn ein Kind in eine echte Notlage gerät, zählt vor allem eines: ein einfacher, trainierter Ablauf. Ich zeige hier, welche Nummer in Deutschland wofür gedacht ist, was am Telefon wirklich gesagt werden muss und wie Kinder den Anruf so üben, dass sie im Ernstfall nicht erst nachdenken müssen. Dazu kommen typische Fehler, klare Beispiele und eine kleine Familienroutine, die im Alltag erstaunlich viel Sicherheit bringt.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

  • 112 ist in Deutschland die richtige Nummer für Feuerwehr und Rettungsdienst, 110 für die Polizei.
  • Für Kinder reicht beim Anruf eine kurze, klare Meldung: Wo ist der Notfall, wer ruft an, was ist passiert, wie viele sind betroffen, dann auf Rückfragen warten.
  • Die Leitstelle hilft weiter. Kinder müssen nichts perfekt erklären und auch keine medizinischen Fachbegriffe kennen.
  • Am wichtigsten sind vorher geübte Basisdaten: Adresse, Etage, Orientierungspunkt und Name.
  • Ein kurzer Rollentausch mit Eltern oder Betreuungspersonen ist meist wirksamer als reines Auswendiglernen.
  • Wer die Unterschiede zwischen 112, 110 und 116117 kennt, vermeidet unnötige Verzögerungen.

Wann Kinder 112 wählen und wann 110 oder 116117 besser passt

Ich halte es für sinnvoll, Kindern nur drei klare Kategorien beizubringen. So wird der Ablauf nicht kompliziert und sie müssen im Stress nicht rätseln, ob ein Fall nun „wirklich schlimm genug“ ist. 112 ist die Nummer für Brände, schwere Unfälle, Bewusstlosigkeit, Atemnot, starke Blutungen oder andere Situationen, in denen Feuerwehr oder Rettungsdienst sofort gebraucht werden. 110 ist für die Polizei gedacht, also wenn eine akute Gefahr durch Menschen besteht oder die Polizei direkt eingreifen muss.

Situation Richtige Nummer Warum
Brand, Rauch, Gasgeruch, Atemnot, Bewusstlosigkeit, starker Unfall, starke Blutung 112 Feuerwehr und Rettungsdienst sind sofort zuständig.
Gewalt, Einbruch, verdächtige Person, akute Gefahr durch Menschen 110 Die Polizei kann direkt handeln.
Fieber, Ohrenschmerzen, Beschwerden ohne unmittelbare Lebensgefahr 116117 Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist dafür die bessere Wahl.

Für Kinder ist diese Trennung wichtig, weil sie Orientierung gibt. Ich würde nicht versuchen, ihnen jede Sonderregel einzutrichtern, sondern nur die einfache Faustregel: Lebensgefahr oder große Gefahr für Menschen = 112, Gefahr durch Personen = 110, ärztliche Hilfe ohne akute Lebensgefahr = 116117. Damit ist die erste Entscheidung schon viel leichter. Im nächsten Schritt kommt es darauf an, was am Telefon wirklich gesagt werden muss.

Die fünf Angaben, die am Telefon wirklich zählen

Der Ausdruck „fünf W-Fragen“ ist im Grunde nur eine Merkhilfe. Kinder müssen keinen Satz auswendig können; sie sollen nur wissen, welche Informationen die Leitstelle braucht. Die Disponentin oder der Disponent in der Leitstelle führt dann weiter durch das Gespräch. Genau das nimmt Druck raus und ist aus meiner Sicht der entscheidende Punkt.

  • Wo ist der Notfall? Adresse, Hausnummer, Etage, Wohnung, Ortsteil oder ein gut sichtbarer Orientierungspunkt.
  • Wer ruft an? Name des Kindes, damit die Leitstelle weiß, mit wem sie spricht.
  • Was ist passiert? Kurz und einfach, zum Beispiel: „Meine Mutter liegt am Boden und reagiert nicht“ oder „Im Treppenhaus riecht es nach Rauch“.
  • Wie viele Menschen sind betroffen? Eine grobe Zahl reicht, auch wenn sie geschätzt ist.
  • Warten auf Rückfragen. Das Gespräch erst beenden, wenn die Leitstelle sagt, dass alles geklärt ist.

Wenn ein Kind die genaue medizinische Lage nicht kennt, ist das kein Problem. Es muss nicht sagen können, ob jemand einen Kreislaufkollaps, einen Schock oder etwas anderes hat. Eine klare Beobachtung ist besser als eine falsche Vermutung. Ich sage Kindern deshalb immer: beschreibe, was du siehst, nicht das, was du glaubst, dass es sein könnte. Genau diese Haltung macht den Notruf zuverlässig.

Kinder lernen, wie sie Notruf absetzen können mit der Feuerlino Kindernotrufkarte. Üben der 112 für den Ernstfall.

So übt man den Anruf mit Kindern ohne Druck

Rollenspiele funktionieren besser als lange Erklärungen. Ein Kind muss nicht den perfekten Notruf beherrschen, sondern den Ablauf wiedererkennen. Ich rate Familien deshalb zu einer kleinen Übungsroutine, die kurz bleibt und keine Angst erzeugt. Zwei oder drei Minuten reichen oft schon, wenn die wichtigsten Punkte klar sind.

Hilfreich ist eine einfache Notfallkarte neben dem Telefon oder am Kühlschrank. Darauf gehören vor allem:

  • vollständige Adresse mit Hausnummer und Etage,
  • ggf. Wohnungsnummer, Klingelname oder Türcode,
  • ein markanter Orientierungspunkt in der Nähe,
  • Vor- und Nachname des Kindes,
  • Notfallkontakte von Eltern oder Bezugspersonen,
  • besondere Hinweise wie Allergien, Asthma oder wichtige Medikamente.

Ich finde diese Karte nützlicher als viele digitale Helfer, weil sie im Alltag sichtbar bleibt. Kinder lernen dadurch nicht nur die Nummer, sondern auch den Ort, an dem sie leben. Wer seine Adresse sicher kennt, hat im Notfall schon viel gewonnen. Besonders bei jüngeren Kindern lohnt es sich, die Adresse laut zu sprechen, statt sie nur lesen zu lassen.

Gute Übungssituationen sind übrigens ganz banal: „Was sagst du, wenn Mama bewusstlos ist?“, „Wie meldest du Rauch im Treppenhaus?“, „Was machst du, wenn du draußen bist und keinen Straßennamen kennst?“. Gerade bei letzterem helfen feste Orientierungspunkte wie Ladenname, Bushaltestelle, Spielplatz, Schulname oder das Haus mit der auffälligen Fassade. Genau solche Details machen für die Leitstelle oft den Unterschied.

Diese Fehler machen selbst Erwachsene oft noch

Der häufigste Fehler ist nicht Panik, sondern Unklarheit. Viele Menschen sprechen zu lang, zu umständlich oder mit zu vielen Vermutungen. Kinder machen denselben Fehler nicht aus Unwissen, sondern weil sie glauben, sie müssten „alles richtig erklären“. Dabei ist das Gegenteil hilfreicher: kurz, klar und nur das, was sicher bekannt ist.

  • zu spät anrufen, weil das Kind Angst hat, etwas Falsches zu tun,
  • die Adresse nur ungefähr nennen, obwohl sie sich genau nennen ließe,
  • das Gespräch zu früh beenden,
  • aufgeregt alles erzählen, statt die wichtigsten Fakten zuerst zu nennen,
  • noch ins Haus zurückgehen, um etwas zu holen, obwohl schon Rauch oder Feuer da ist,
  • den Notruf zum Spiel machen oder aus Neugier wählen.

Ein Sonderfall ist Rauch, Feuer oder Gasgeruch. Dann gilt für Kinder eine einfache Regel: raus aus der Gefahr, Tür hinter sich zu, draußen anrufen. Wenn der Fluchtweg versperrt ist, muss das Kind nicht heldenhaft handeln, sondern sich in Sicherheit bringen, eine Tür schließen und am Fenster oder an einem sicheren Ort auf sich aufmerksam machen. Ich würde diese Regel immer wieder betonen, weil sie im Ernstfall mehr hilft als jede Detaildiskussion. Wenn diese Grundlagen sitzen, ist der letzte Schritt vor allem Verhalten bis zum Eintreffen der Hilfe.

Was nach dem Anruf wichtig bleibt

Nach dem Notruf beginnt die eigentliche Rettungskette, also das abgestimmte Zusammenspiel von Alarmierung, Anfahrt und Ersthilfe. Für Kinder heißt das vor allem: erreichbar bleiben und sich nicht selbst in Gefahr bringen. Die Leitstelle kann noch Rückfragen haben oder konkrete Hinweise geben, etwa wie sich das Kind verhalten soll, bis Hilfe da ist.

Ich würde Kindern diese wenigen Regeln mitgeben:

  • am Telefon bleiben, bis die Leitstelle das Gespräch beendet,
  • die Anweisungen ruhig befolgen, auch wenn sie kurz und einfach klingen,
  • bei Brand oder Rauch nicht zurück ins Gebäude gehen,
  • wenn es sicher ist, Rettungskräfte an der Tür oder an der Straße einweisen,
  • nicht aus Neugier beobachten, sondern Abstand halten,
  • bei Verletzten nur das tun, was ausdrücklich gesagt wird oder was das Kind sicher beherrscht.

Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen Helfen und Gefährden. Ein Kind soll niemanden retten, indem es selbst in ein brennendes Zimmer läuft oder in eine unübersichtliche Gefahrensituation zurückkehrt. Die beste Hilfe ist dann oft, schnell zu alarmieren, genau zu beschreiben und auf Anweisungen zu warten. Falls Sprechen schwerfällt, kann in einzelnen Fällen auch die offizielle nora-App eine sinnvolle Ergänzung sein, aber für die meisten Familien bleibt der klassische Telefonanruf die einfachste und schnellste Lösung.

Eine kleine Familienroutine macht den Notruf abrufbar

Der größte Fehler wäre, den Notruf nur einmal „zu erklären“ und es dann dabei zu belassen. Ich würde lieber eine kleine Routine daraus machen: Nummern kennen, Adresse sprechen, einmal pro Quartal kurz üben, fertig. Das dauert kaum Zeit, aber es senkt die Hemmschwelle deutlich.

Wenn Kinder wissen, was 112 bedeutet, wo sie ihre Adresse finden und wie sie sich am Telefon kurz melden, entsteht echte Sicherheit. Nicht die perfekte Formulierung rettet den Moment, sondern ein klarer Ablauf, der auch unter Druck noch funktioniert. Genau deshalb ist ein ruhiger, wiederholter Trainingsweg besser als jede dramatische Warnung. Wer das zu Hause oder in der Schule fest verankert, schafft im Ernstfall genau das, worauf es ankommt: Handlungsfähigkeit statt Panik.

Häufig gestellte Fragen

112 ist für Brand, Rauch, Gasgeruch, Atemnot, Bewusstlosigkeit, starke Unfälle und starke Blutungen gedacht. 110 ist richtig, wenn eine akute Gefahr von Menschen ausgeht, etwa bei Gewalt, Einbruch oder einer verdächtigen Person. 116117 passt bei Beschwerden wie Fieber oder Ohrenschmerzen, wenn keine unmittelbare Lebensgefahr besteht.

Die Leitstelle braucht vor allem den Ort des Notfalls, wer anruft, was passiert ist und wie viele Menschen betroffen sind. Wichtig sind möglichst die genaue Adresse, Hausnummer, Etage, Wohnung und ein gut sichtbarer Orientierungspunkt. Danach sollte das Kind auf Rückfragen warten und das Gespräch nicht zu früh beenden.

Am besten mit kurzen Rollenspielen von zwei bis drei Minuten. Einmal die Nummern 112, 110 und 116117 erklären, dazu die eigene Adresse laut sprechen und typische Situationen durchspielen, etwa Rauch im Treppenhaus oder eine bewusstlose Bezugsperson. Hilfreich ist eine Notfallkarte am Telefon oder Kühlschrank, damit die Angaben im Alltag sichtbar bleiben.

Dazu gehören die vollständige Adresse mit Hausnummer und Etage, gegebenenfalls Wohnungsnummer, Klingelname oder Türcode sowie ein markanter Orientierungspunkt in der Nähe. Außerdem sollten der Name des Kindes, wichtige Notfallkontakte und Hinweise wie Allergien, Asthma oder Medikamente daraufstehen. So kann ein Kind im Ernstfall schneller und sicherer antworten.

Die wichtigste Regel lautet: raus aus der Gefahr, Tür hinter sich zu, draußen anrufen. Wenn der Fluchtweg versperrt ist, soll das Kind sich in Sicherheit bringen, eine Tür schließen und an einem sicheren Ort oder am Fenster auf sich aufmerksam machen. Es darf nicht zurück ins Gebäude gehen, um noch etwas zu holen.
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Autor Herbert Neubert
Herbert Neubert
Mein Name ist Herbert Neubert und ich bringe fünf Jahre Erfahrung im Bereich Brandschutz, Sicherheit und Notfallvorsorge mit. Schon früh hat mich das Thema Sicherheit fasziniert, insbesondere die Frage, wie man sich und andere in Notsituationen schützen kann. Diese Neugier hat mich dazu motiviert, mich intensiv mit den verschiedenen Aspekten des Brandschutzes auseinanderzusetzen. In meinen Beiträgen möchte ich komplexe Themen verständlich machen und dabei helfen, wichtige Informationen klar und präzise zu vermitteln. Ich lege großen Wert darauf, meine Quellen sorgfältig zu überprüfen und aktuelle Trends im Bereich Sicherheit zu verfolgen. Mein Ziel ist es, Ihnen nützliche und nachvollziehbare Inhalte zu bieten, die Ihnen helfen, sich besser auf Notfälle vorzubereiten und ein sichereres Umfeld zu schaffen.
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