AED anwenden bei Herzstillstand - so gehen Sie richtig vor

Udo Bender

Udo Bender

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19. Mai 2026

Zwei Personen üben die Defibrillator Anwendung an einer Puppe. Ein Mann führt Herzdruckmassage durch, während eine Frau die Beatmungsmaske hält.
Wenn ein Mensch plötzlich zusammenbricht und nicht normal atmet, zählt jede Sekunde. Ein automatisierter externer Defibrillator, kurz AED, kann auch von ungeübten Ersthelfern eingesetzt werden und führt mit Sprachanweisungen durch die einzelnen Schritte. Ich zeige, wie die Defibrillator-Anwendung in Deutschland abläuft, wann zuerst der Notruf 112 nötig ist und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Diese Schritte entscheiden im Notfall

  • 112 rufen und den genauen Standort nennen.
  • Bei fehlender normaler Atmung sofort mit der Herzdruckmassage beginnen.
  • Den AED einschalten und jede Sprachanweisung befolgen.
  • Elektroden auf die nackte, trockene Brust kleben.
  • Während Analyse und Schock darf niemand die Person berühren.
  • Nach dem Schock die Wiederbelebung sofort fortsetzen.

Wann ein AED gebraucht wird

Ein AED kommt zum Einsatz, wenn eine Person bewusstlos ist und nicht normal atmet. Dazu zählt auch eine unregelmäßige Schnappatmung. Sie kann wie ein Atmen aussehen, ist aber kein ausreichendes Zeichen für einen funktionierenden Kreislauf.

Prüfen Sie zunächst, ob die Person reagiert. Sprechen Sie sie laut an und rütteln Sie vorsichtig an den Schultern. Reagiert sie nicht und atmet sie nicht normal, lassen Sie sofort die 112 wählen. Eine zweite Person soll gleichzeitig den nächstgelegenen AED holen.

Bis das Gerät bereit ist, beginnt jemand mit der Herzdruckmassage. Ich halte diese Reihenfolge für entscheidend, weil ein AED nur dann wirklich hilft, wenn die Zeit bis zum ersten Druck und zur ersten Analyse möglichst kurz bleibt. Ist niemand in der Nähe, rufen Sie selbst 112 und beginnen danach sofort mit der Wiederbelebung.

So funktioniert der Notruf

Bleiben Sie am Telefon und beantworten Sie die Fragen der Leitstelle. Genannt werden müssen vor allem Ort, Straße, Hausnummer, Zugang und Stockwerk. Sagen Sie außerdem, dass eine bewusstlose Person nicht normal atmet und ob bereits reanimiert wird.

Die Leitstelle kann Sie telefonisch bei der Herzdruckmassage anleiten. Legen Sie erst auf, wenn die Leitstelle das Gespräch beendet. Ein AED ersetzt den Rettungsdienst nicht, sondern überbrückt die kritische Zeit bis zu dessen Eintreffen.

Erste Hilfe: Herz-Lungen-Wiederbelebung mit AED. Anleitung zur Defibrillator Anwendung bei Bewusstlosigkeit und fehlender Atmung.

Die Anwendung Schritt für Schritt

Automatisierte externe Defibrillatoren sind so konstruiert, dass Laien sie bedienen können. Schalten Sie das Gerät ein oder öffnen Sie den Deckel. Danach hören Sie aufmerksam zu und folgen den gesprochenen sowie auf dem Display gezeigten Anweisungen.

  1. Brustkorb freimachen. Entfernen Sie Kleidung im Bereich der Brust. Die Elektroden müssen direkt auf der Haut kleben.
  2. Elektroden aufkleben. Eine Elektrode kommt unter das rechte Schlüsselbein, die andere seitlich unter die linke Achsel. Die genaue Zeichnung auf den Pads hat Vorrang.
  3. Analyse abwarten. Sobald der AED den Herzrhythmus prüft, darf niemand die Person berühren. Rufen Sie deutlich „Alle weg!“.
  4. Schock auslösen. Wenn das Gerät einen Schock empfiehlt, drücken Sie die blinkende Taste. Bei einem vollautomatischen AED wird der Schock selbstständig abgegeben.
  5. Herzdruckmassage fortsetzen. Beginnen Sie unmittelbar wieder mit der Reanimation, sobald das Gerät dazu auffordert.
Die Herzdruckmassage erfolgt in der Mitte des Brustkorbs mit einer Frequenz von 100 bis 120 Druckbewegungen pro Minute. Bei Erwachsenen sollte der Brustkorb ungefähr 5 bis 6 Zentimeter tief eingedrückt werden. Wer nicht beatmen möchte oder es nicht gelernt hat, führt zumindest durchgehend die Herzdruckmassage aus.

Wenn Sie Beatmung beherrschen und eine Beatmungsmaske vorhanden ist, gilt meist das Verhältnis 30 Druckbewegungen zu 2 Beatmungen. Unterbrechen Sie die Herzdruckmassage nur so kurz wie unbedingt nötig. Der AED prüft den Rhythmus später erneut und sagt an, wann eine Pause erforderlich ist.

Was während des Schocks wichtig ist

Vor einer Analyse und vor einem Schock muss die Person vollständig unberührt bleiben. Auch der Helfer, der gerade die Herzdruckmassage durchgeführt hat, nimmt die Hände weg. Achten Sie darauf, dass niemand die Person über Kabel, Kleidung oder eine nasse Oberfläche berührt.

Ein AED gibt nicht automatisch bei jedem Herzstillstand einen Stromstoß ab. Das Gerät erkennt, ob ein schockbarer Rhythmus vorliegt. Wird kein Schock empfohlen, ist das kein Zeichen, dass alles in Ordnung ist. Fahren Sie mit der Herzdruckmassage fort, denn auch dann braucht die Person dringend professionelle Hilfe.

Unterbrechen Sie die Maßnahmen erst, wenn der Rettungsdienst Sie ablöst, die Person wieder eindeutig normal atmet und sich bewegt oder Sie körperlich nicht mehr weitermachen können. Wenn die Person aufwacht, lassen Sie die Elektroden kleben, beobachten Sie die Atmung und folgen Sie den Anweisungen des AED.

Sonderfälle bei der Defibrillation

Nasse Brust oder Wasser in der Nähe

Liegt die Person in einer Pfütze, ziehen Sie sie an einen trockenen Ort. Die Brust muss vor dem Aufkleben der Elektroden trocken sein. Starkes Wasser auf der Haut kann die Haftung verschlechtern und den Stromweg verändern.

Starke Brustbehaarung

Die Elektroden müssen fest auf der Haut haften. Bei sehr dichter Behaarung rasieren Sie nur die Stellen, an denen die Pads befestigt werden. Verwenden Sie den beiliegenden Rasierer, falls vorhanden, und verlieren Sie dabei keine längere Zeit. Im Zweifel ist eine schnelle Herzdruckmassage wichtiger als eine perfekte Rasur.

Herzschrittmacher und Medikamentenpflaster

Ein Herzschrittmacher ist meist an einer kleinen Wölbung unter der Haut erkennbar. Kleben Sie die Elektrode nicht direkt darauf, sondern halten Sie möglichst mindestens 8 Zentimeter Abstand und richten Sie sich nach der Gerätezeichnung.

Medikamentenpflaster werden entfernt, bevor eine Elektrode auf diese Stelle kommt. Tragen Sie dabei möglichst Handschuhe und wischen Sie die Haut kurz ab. Schmuck muss normalerweise nicht entfernt werden, darf aber nicht unter einer Elektrode liegen.

Lesen Sie auch: Verbrennung 2b - Heilungsdauer, Erste Hilfe und Warnzeichen

Kinder und Schwangere

Bei Kindern verwenden Sie Kinderpads oder den Kindermodus, wenn der AED dafür ausgerüstet ist. Falls keine Kinderpads verfügbar sind, darf die Reanimation nicht verzögert werden. Folgen Sie der Anleitung des konkreten Geräts und verwenden Sie keine Pads, die sich auf der Brust überlappen.

Auch bei einer schwangeren Person wird ein AED eingesetzt, wenn ein Kreislaufstillstand vorliegt. Entscheidend ist die schnelle Reanimation. Informieren Sie den Rettungsdienst über die Schwangerschaft, sobald dies möglich ist.

Diese Fehler kosten im Ernstfall Zeit

  • Auf den Rettungsdienst warten: Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage und holen Sie parallel den AED.
  • Das Gerät aus Angst nicht einschalten: Der AED analysiert selbst, ob ein Schock sinnvoll ist.
  • Die Brust nicht freimachen: Elektroden auf Kleidung funktionieren nicht zuverlässig.
  • Während der Analyse berühren: Jede Berührung kann die Rhythmusanalyse stören.
  • Nach dem Schock lange warten: Setzen Sie die Herzdruckmassage direkt fort.
  • Nur auf die Atmung achten: Schnappatmung ist keine normale Atmung und verlangt schnelles Handeln.

Viele Menschen überschätzen das Risiko, etwas falsch zu machen. Meine klare Empfehlung lautet deshalb, den Anweisungen des AED zu folgen und nicht auf eine vermeintlich perfekte Situation zu warten. Nichts zu tun ist bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand die gefährlichste Entscheidung.

Ein AED hilft nur, wenn er erreichbar und einsatzbereit ist

Für Betriebe, Vereine, Schulen und öffentliche Gebäude ist nicht allein die Anschaffung wichtig. Das Gerät muss gut sichtbar, schnell erreichbar und regelmäßig kontrolliert werden. Prüfen Sie vor allem Batterie, Elektroden, Haltbarkeit und Zugänglichkeit.

Ein AED kostet in Deutschland je nach Ausstattung häufig etwa 900 bis 2.500 Euro. Für die private Vorsorge ist der Preis jedoch nur ein Teil der Entscheidung. Ein Gerät in einem verschlossenen Raum, dessen Standort niemand kennt, bringt im Notfall wenig.

Am meisten Sicherheit entsteht durch regelmäßige Erste-Hilfe-Übungen. Wer einmal praktisch trainiert hat, erkennt die Situation schneller, ruft sicherer den Notruf und beginnt entschlossener mit der Reanimation. Im Ernstfall zählt nicht technisches Spezialwissen, sondern die einfache Kette aus prüfen, 112 rufen, drücken und AED einsetzen.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Ein AED wird eingesetzt, wenn die Person bewusstlos ist und nicht normal atmet. Rufen Sie sofort 112, lassen Sie den AED holen und beginnen Sie bis dahin mit der Herzdruckmassage.

Die Brust muss frei und trocken sein. Eine Elektrode kommt unter das rechte Schlüsselbein, die andere seitlich unter die linke Achsel. Die Zeichnung auf den Elektroden hat Vorrang.

Niemand darf die Person während der Analyse oder des Schocks berühren. Rufen Sie deutlich „Alle weg!“ und setzen Sie die Herzdruckmassage sofort fort, sobald der AED dazu auffordert.

Bei Kindern verwenden Sie Kinderpads oder den Kindermodus, sofern vorhanden, verzögern die Reanimation aber nicht. Auch Schwangere dürfen bei einem Kreislaufstillstand defibrilliert werden. Bei einem Herzschrittmacher kleben Sie die Elektrode nicht direkt auf die erkennbare Wölbung, sondern halten möglichst mindestens 8 Zentimeter Abstand.
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Udo Bender
Mein Name ist Udo Bender und ich bringe 13 Jahre Erfahrung in den Bereichen Brandschutz, Sicherheit und Notfallvorsorge mit. Schon früh interessierte ich mich für die Themen, die unser tägliches Leben sicherer machen. Diese Faszination hat mich dazu motiviert, mein Wissen in verständlicher Form zu teilen und anderen dabei zu helfen, sich besser auf Notfälle vorzubereiten. Ich schreibe über verschiedene Aspekte des Brandschutzes und der Sicherheit, wobei ich stets darauf achte, aktuelle Informationen zu recherchieren und zu überprüfen. Mein Ziel ist es, komplexe Themen zu vereinfachen und für jeden zugänglich zu machen. Dabei orientiere ich mich an den neuesten Entwicklungen und Trends, um sicherzustellen, dass die von mir bereitgestellten Inhalte nützlich und präzise sind. Ich bin davon überzeugt, dass jeder von uns die Verantwortung hat, sich und andere zu schützen, und ich freue mich, meinen Teil dazu beizutragen.
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